thumb_360x202_Elias fotografiert mit der neuen Kamera auf der Kinderstation 6

Festhalten, was wichtig ist

Krebskranke Kinder können Krankhausaufenthalt mit neuer Kamera dokumentieren

Herdecke, 07.November 2014. Elias ist acht und hat nur spärlich Haare auf dem Kopf. Denn Elias hat Krebs und bekommt eine Chemotherapie, durch die die Haare ausgefallen sind. Der Achtjährige wird überleben und seine Haare werden wieder voll nachwachsen. Damit kleine Patienten wie Elias besser mit ihrer Erkrankung umgehen können, gibt es seit kurzem eine digitale Spiegelreflexkamera in der Kinderstation des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke, die bei den jungen Patienten gut ankommt und oft benutzt wird. „Die Kinder können dokumentieren, was sie erlebt haben. Sie sollen am Ende der Therapie stolz auf sich selbst sein und ein Album mit ihren Erinnerungen an die Zeit im Krankenhaus in den Händen halten“, so Kinderkrebsspezialist Priv.-Doz. Dr. med. Tycho Zuzak, der die Idee zum Kameraprojekt hatte. Finanziert wurden die Kamera durch den Children-Piratoplast Kinderbeirat des Unternehmens Dr. Ausbüttel und Co. aus Witten-Annen und durch den gemeinnützigen Verein Sterntaler e.V. aus Herdecke, der krebskranke, chronisch kranke, früh geborene und behinderte Kinder und deren Familien auf viele Arten unterstützt.

Krebskranke Kinder brauchen eine lange Therapie – meist sind sie etwa ein Jahr lang in regelmäßigen Abständen im Krankenhaus zur Chemotherapie. Die Haare fallen aus, das Gesicht wird oft rund und blass. Viele Kinder erschrecken beim Anblick in den Spiegel, sie werden fast nicht mehr wiedererkannt. Jetzt können die jungen Patienten mit der neuen Kamera Fotos von sich machen und sich dadurch besser erinnern, wie sie vor ihrer Therapie aussahen und wie sie nach erfolgreicher Behandlung auch wieder aussehen werden. Ärzte und Schwestern behalten die Patienten so in Erinnerung, wie sie früher ausgesehen haben und sehen hinter dem durch die Medikamente veränderten Gesicht das ursprüngliche gesunde Kind.

Da die Kinder nicht nur fotografieren, was ihnen wichtig ist, sondern auch Ärzte und Pflegende vor, unter und nach der Therapie Fotos vom Patienten machen, wird die gesamte Behandlung gut dokumentiert. Der Patient kann anhand der Fotos das Erlebte erzählen und so selbst besser verarbeiten. „Wir planen bei Therapieabschluss eine Feier bei der wir dem Patienten das ausgedruckte Foto-Album mit Kommentaren und Glückwünschen vom Team als Abschiedsgeschenk überreichen. Der Patient darf es mit nach Hause nehmen und es seinen Freunden zeigen, damit sie verstehen, weshalb er so lange weg war“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Tycho Zuzak.

Quelle: Pressemitteilung Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke

http://www.gemeinschaftskrankenhaus.de

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *